Overthinking fühlt sich oft an wie ein Gedankenkarussell, das nicht mehr stoppt: Du analysierst Gespräche nach, malst dir mögliche Probleme aus oder springst gedanklich ständig in die Zukunft. Wenn du Overthinking stoppen willst, brauchst du keine perfekten Lösungen, sondern einfache Schritte, die dich wieder in den Moment holen. In diesem Beitrag bekommst du praktische Tipps, die du sofort Zuhause anwenden kannst, damit dein Kopf ruhiger wird und du dich wieder klarer fühlst.
Warum wir overthinken und warum es sich so anstrengend anfühlt
Overthinking ist häufig ein Versuch, Kontrolle zu gewinnen. Wenn dein Gehirn Unsicherheit wahrnimmt, versucht es Lösungen zu finden – und deshalb kreisen Gedanken immer weiter. Gleichzeitig aktiviert ständiges Grübeln Stressreaktionen im Körper, sodass du dich nicht nur mental, sondern auch körperlich angespannt fühlst. Je mehr du dagegen ankämpfst, desto lauter werden die Gedanken manchmal.
Wichtig ist: Overthinking bedeutet nicht, dass mit dir etwas „falsch“ ist. Stattdessen ist es ein erlerntes Muster, das du Schritt für Schritt verändern kannst.
Overthinking stoppen: 7 Tipps, die sofort helfen

1) Benenne das Muster, statt dich darin zu verlieren
Sobald du merkst, dass du wieder grübelst, sag innerlich:
„Ich overthinke gerade.“
Das klingt simpel, aber es schafft Abstand. Denn du bist nicht deine Gedanken – du beobachtest sie.
Mini-Formel: „Ich bemerke, dass ich gerade … (analysiere / bewerte / Angst habe).“
2) Overthinking stoppen durch kurze Atemtechnik (60 Sekunden)
Atemtechniken sind ideal, weil sie direkt auf dein Nervensystem wirken. Wenn du schnell Hilfe brauchst, probiere diese Variante:
- 4 Sekunden einatmen
- 1–2 Sekunden halten
- 6 Sekunden ausatmen
- 5 Runden wiederholen
Dadurch verlangsamt sich dein innerer Druck oft spürbar, und du kommst aus dem Gedankenstrudel heraus.
Wenn du mehr Atemübungen lernen willst, schaue hier vorbei: „Atemübungen gegen Stress“.
3) Schreib den Gedanken aus dem Kopf (Brain Dump)
Wenn Gedanken kreisen, hilft es, sie auszulagern. Nimm Papier oder Notizen-App und schreibe 2–3 Minuten alles runter – ohne Struktur, ohne Bewertung.
Anschließend markiere nur zwei Dinge:
- Was ist Fakt?
- Was ist Annahme?
So wird aus diffusem Grübeln ein klareres Bild.
4) „Worry Time“ statt Dauergrübeln
Das klingt erst mal komisch, funktioniert aber sehr gut: Du gibst deinen Sorgen einen festen Platz.
- Lege 10 Minuten pro Tag fest (z. B. 18:00 Uhr)
- In dieser Zeit darfst du grübeln und notieren
- Außerhalb sagst du: „Später, zur Worry Time.“
Dadurch lernt dein Gehirn, dass Grübeln nicht den ganzen Tag laufen muss.
5) Bring deinen Körper runter – auch ohne Sport
Overthinking ist oft mit Anspannung verbunden. Deshalb hilft „Runterregulation“ über den Körper:
- Schultern hochziehen → 3 Sekunden halten → fallen lassen (5x)
- Kiefer lösen (Zunge locker, Lippen leicht geöffnet)
- Hände ausschütteln oder kurz dehnen
Wenn du weitere passende Übungen suchst, schaue hier vorbei: „Dehnübungen für Zuhause“.
6) Wechsel von „Warum?“ zu „Was jetzt?“
Overthinking fragt oft: „Warum ist das passiert? Was, wenn …?“
Diese Fragen führen häufig tiefer ins Grübeln. Stattdessen hilft ein Mini-Switch:
- „Was brauche ich JETZT?“
- „Was ist der nächste kleine Schritt?“
- „Was kann ich heute beeinflussen – und was nicht?“
So bekommst du wieder Handlungsfähigkeit, und dein Kopf wird ruhiger.
7) Achtsamkeits-Anker: 5–4–3–2–1 (sofort im Moment)
Diese Übung ist perfekt, wenn du merkst, dass du im Kopf festhängst.
- 5 Dinge sehen
- 4 Dinge fühlen
- 3 Dinge hören
- 2 Dinge riechen
- 1 Sache schmecken
Dadurch lenkst du dein Gehirn zurück in die Gegenwart. Wenn du mehr davon willst, schaue dir diesen Beitrag an: „Achtsamkeitsübungen für Zuhause“.
Overthinking abends stoppen (wenn du nicht einschlafen kannst)

Wenn Overthinking abends kommt, ist das besonders nervig. Deshalb hilft ein kurzes Abend-Protokoll:
- Schreibe 3 Gedanken auf, die dich beschäftigen
- Notiere daneben einen Mini-Schritt (oder: „morgen entscheiden“)
- Mache 2 Minuten langsames Ausatmen (z. B. 4 ein, 6 aus)
So signalisierst du deinem Gehirn: „Es ist notiert, ich muss es jetzt nicht lösen.“
Fazit: Overthinking stoppen klappt besser in kleinen Schritten
Overthinking verschwindet selten „auf Knopfdruck“. Aber du kannst lernen, schneller auszusteigen – indem du Atem, Körper und Aufmerksamkeit bewusst nutzt. Wenn du regelmäßig übst und dir kleine Routinen baust, wird dein Kopf nach und nach ruhiger, und du findest wieder mehr Gelassenheit im Alltag.
Wenn du das Thema Overthinking noch vertiefen möchtest, bietet das folgende Video der Techniker Krankenkasse mit Dr. Thomas Ehring eine hilfreiche und fundierte Ergänzung: https://www.youtube.com/watch?v=zm544-SWSwA

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